Paleo – Die Steinzeiternährung des 21. Jahrhunderts

Was ist die Paleo?

Paleo bedeutet „Paläolithikum“, also die Altsteinzeit. Die grundlegende Idee ist, sich so zu ernähren wie die Menschen damals. Also ohne Getreide, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte. Schwerpunkt sind die heute verfügbaren und unverarbeiteten Lebensmittel in Anlehnung an die Ernährung der Jäger und Sammler. Deswegen kann man Paleo nicht als Diät in dem Sinne bezeichnen, sondern als Ernährungsform, die den Menschen gesund und körperlich fit halten soll.

Paleoaner bezeichnen unsere heutige Ernährungsweise gerne als nicht „artgerecht“. Die Verdauung sei nicht auf die mit der Zeit hinzugekommenen Lebensmittel aus Ackerbau und Viehzucht eingestellt, welche dem körperlichen Organismus schaden. Als Auswirkungen werden besonders die Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen angeführt. Dennoch ist ein Paleo kein „Steinzeitessen“ in dem Sinne, sondern einfach ein Nachahmen der Ernährung mit naturbelassenen Lebensmitteln.

Was ist im Paleo an Lebensmitteln erlaubt?

Die Basis ist ganz einfach: Gemüse, Obst, Fleisch, Eier, Fisch, Nüsse und Samen. Hier gibt es jedoch aufgrund vorhandener Zusatzstoffe und der Höhe des jeweiligen Kohlenhydratanteils mancher Lebensmittel auch einige Ausnahmen. Dazu kommen natürliche Süßungsmittel wie Honig und Ahornsirup. Gesunde Fette sollen in Form von Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl, Macadamia-, Walnuss- und Sesamöl, Palmöl oder Speck und Schmalz vom Organismus aufgenommen werden. Das Kokosöl bzw. die Milch der Kokosnuss nehmen in der Paleo-Ernährung einen sehr großen Stellenwert ein und finden in vielen Rezepten Verwendung.

Im ersten Moment hört sich das ja gut und einfach an, bis man sich bisschen näher mit der „Tabu-Liste“ auseinandersetzt, auf der sämtliche Getreideprodukte stehen. Das bedeutet Brot, Gebäck, Nudeln und alle anderen Hartweizenprodukte gehören der Vergangenheit an, wenn man sich nach dem Paleo-Prinzip ernähren möchte. Hülsenfrüchte wie z.B. Erdnüsse, Milchprodukte, Zucker, Zuckerersatzstoffe, Süßstoffe, Softdrinks, raffinierten Pflanzenöle und -fette und alle Produkte mit Zusatzstoffen wie verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren findet man ebenfalls nicht mehr auf dem Speiseplan.

Und was ist mit unseren Lieblingskohlenhydrat-Lieferanten wie Reis, Nudeln und Kartoffeln in der Paleo-Ernährung?

Grundsätzlich sind Reis und Nudeln aber nicht vollkommen tabu. Aber sie sollten nicht oft auf dem Speiseplan stehen und wenn dann in kleinen Portionen als Beilage. Kartoffeln und Süsskartoffel sind ebenfalls zwar erlaubt aber aufgrund des hohen Kohlenhydratanteils nicht gerne gesehen.

Lebensmittelqualität in der Paleo-Ernährung

Ein wichtiger Aspekt im Paleo ist die Qualität der Lebensmittel. Anhänger dieser Ernährungsform achten darauf, Obst und Gemüse in unbehandelter und reiner Form direkt einzukaufen, also am liebsten direkt aus der Region vom Bauern oder Gemüsehändler. Das Fleisch, Fisch und die Eier sollten am besten aus Betrieben mit artgerechter Haltung kommen – Paleoaner sind grundsätzlich gegen Massentierhaltung.

Wie sollte man also am besten starten mit Paleo?

Viele Paleoaner raten mit einer 30-tätige Testphase erst mal die Reaktion des Körpers zu testen. Dabei sollten die Grundregeln strikt eingehalten werden. Also Nudeln, Reis, Kartoffeln, Kaffee, Milchprodukte, Alkohol und auch Rauchwaren sind absolut zu meiden. Der Körper wird aufgrund des Kohlenhydratmangels in Ketose versetzt, was dazu führt, dass er – einfach ausgedrückt – in einem Fettstoffwechsel „fährt“ und neben dem „Entgiften“ noch überschüssiges Körperfett abbaut.

Nach den 30 Tagen muss man die „verbotenen Lebensmittel“ wieder mit auf den Speiseplan nehmen. Hierbei soll man genau beobachten, wie der Körper die Lebensmittel aufnimmt und reagiert. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür entwickeln, was einem gut tut und was man besser nicht mehr essen sollte. So kann jeder seinen individuellen Ernährungsansatz finden. Im Paleo besteht eine idealtypische Mahlzeit größtenteils aus Gemüse mit Fleisch, Fisch oder Ei und dazu ausreichend „gesunde“ Fette und Obst.


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