Montignac-Methode

Die Montignac-Methode ist eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform, die auf dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten abzielt und daher auch keine kurze Diät mit dem Ziel einer raschen, kurzfristigen Gewichtsabnahme darstellt.
Die Montignac-Diät  wurde Anfang der 90er Jahre von Michael Montignac „entwickelt“, nachdem dieser ehemals übergewichtige Geschäftsmann mit dieser Ernährungsform zahlreiche Kilos verlor.

Das Ernährungsprogramm nach Montignac enthält Elemente der erst später bekannt gewordenen „Glyx-Diät“, aber auch der Trennkost-Diät und von Low Carb. Kurz und knapp gesagt lässt sich die Grundlage der Montignac-Diät wie folgt benennen: es ist nicht ausschlaggebend, wie viele Kalorien einem Mahlzeit hat, sondern welche Auswirkung die Nahrungsmittel auf den Blutzucker- und nachfolgend den Insulinspiegel des Einzelnen hat. Wichtig ist also, den Insulinspiegel möglichst niedrig zu halten.

Bei der Montignac-Methode gibt es zwei Phasen:
Zu Beginn (Phase 1) geht es darum, Körpergewicht zu reduzieren und die Funktion der Bauchspeicheldrüse zu normalisieren. Erlaubt sind hier nur kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index (GI) unter 35, sowie „gute“ Fette und Proteine ohne Mengenbeschränkung.  Nahrungsmittel mit einem GI zwischen 35 und 50 sollen nicht mit Fett kombiniert werden. Obst soll zudem nur auf nüchternen Magen gegessen werden.
Die Insulinreaktion soll möglichst gering ausfallen, so dass keine Fettreserven gebildet werden können und der Fettabbau durch die erhöhte Energie, die für den Verdauungsprozess der Proteine erforderlich ist, begünstigt wird. Kohlenhydrate mit einem GI zwischen 35 und 50 sollten nicht mit Fett kombiniert, Obst nur auf nüchternen Magen gegessen werden. Meiden sollten Sie außerdem starken Kaffee, jede Form von Alkohol und Stress beim Essen

Hiernach (Phase 2) geht man zu einer dauerhaften Ernährung über, in der hochglykämische Lebensmittel auch mal ausnahmsweise erlaubt sind, zum Satt und Schlank. Die deutsche Küche nach der Montignac-MethodeBeispiel Kartoffeln, Nudeln  und auch Reis – jedoch nur in Kombination mit ausgleichenden proteinreichen Lebensmitteln und den richtigen Fetten.

Beachtung finden kann hier zwischenzeitlich auch die glykämische Last, das heißt, die Wirkung der Lebensmittel in Kombination mit anderen Lebensmitteln und in Abhängigkeit der Zubereitungsform.

Kein Kalorienzählen
Bei der Montignac-Methode geht es nicht darum, Kalorien zu zählen. Vielmehr werden  die „erlaubten“ Lebensmittel nach ihren nutritiven Eigenschaften und dem Einfluss auf den Stoffwechsel ausgesucht.

Was darf ich essen:

→ Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index (ca. 40 % der täglichen
     Nahrung)
Fette mit ungesättigten Omega-3-Fettsäuren (Fischöle) und einfach
     ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl) (ca. 30 % der täglichen Nahrung)
→ ausgewählte Proteine, anhand ihres Ursprungs (tierisch oder pflanzlich)
     und ihrer Komplementarität und Neutralität hinsichtlich der
     Stoffwechselprozesse der Gewichtszunahme (ca. 30 % der täglichen
     Nahrung)

Vermieden werden sollen:
→ Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index  (über 50)
→ gesättigte Fettsäuren (Butter, Fleischfett..)
→ Proteine, die sich negativ auf den Stoffwechselprozess auswirken
     (Hyperinsulinismus)

Die Ernährungsform beruht auf der Summe  der von Montignac zusammengetragenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und experimentellen Arbeiten. Es ist also nicht so, dass Montignac diese Ernährungsform selbst „kreiert“ hätte, vielmehr hat er Erfahrungen und Wissenschaft zu einem Konzept zusammengefügt, mit dem Übergewichtige langfristig und kontinuierlich abnehmen können, mit dem Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen vermindert, sowie Übergewicht und Diabetes Typ II vorbeugend entgegengewirkt werden kann.
Menschen, die bereits an Übergewicht, Diabetes Typ II –Patienten und kardiovaskulären Erkrankungen leiden, sollen Studien nach die Folgen der Krankheiten durch die Einhaltung einer Ernährung nach der Montignac-Methode deutlich verringern, bzw. die Krankheit positiv beeinflussen können.
Montignac geht von dem Wissen aus, dass Insulin an der Einlagerung von Fett beteiligt ist und folgert für sich, dass Hyperinsulinismus (hierunter versteht man eine zu hohe, unkontrollierte Insulinausschüttung trotz vergleichbar geringer Kohlenhydratzufuhr als Folge der ständigen Überbeanspruchung der Bauchspeicheldrüse bei zu kohlenhydrat-lastiger Ernährung) die Ursache für Übergewicht ist.
Auch die Insulinresistenz (d.h. wenn der Körper nicht mehr richtig auf das ausgeschüttete Insulin reagiert und somit der Blutzuckerspiegel somit nicht mehr „von Natur aus“ reguliert wird) ist nach Montignac eine Folge der falschen Ernährung mit zu vielen hochglykämischen Kohlenhydraten.

In wissenschaftlicher Hinsicht ist die Studie von Jean Dumesnil, welche im November 2001 im British Journal of Nutrition veröffentlich wurde, ein wichtiger Pfeiler der Montignac-Methode.

Gute und schlechte Kohlenhydrate

Die Rede ist bei Montignac in Anlehnung an den glykämischen Index der Nahrungsmittel von sehr guten, guten und schlechten Kohlenhydraten.
Die schlechten Kohlenhydrate sind seiner Ansicht nach solche mit hohem glykämischen Index, das heißt solche, die den Blutzucker hochtreiben (Hyperglykämie) und eine starke Insulinreaktion im Körper bewirken. Die übermäßige Insulinausschüttung (und Unterzuckerung = Hypoglykämie) als Folge der Aufnahme hochglykämischer Lebensmittel bewirkt nach Ansicht von Montignac die Einlagerung von Fett in den Depots des Körpers und begünstigt die Entstehung von Übergewicht.
Montignac berücksichtigte jedoch bereits schon, dass die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel nicht nur von dessen glykämischen Index, sondern auch von der Zubereitungsform und in Abhängigkeit mit der Aufnahme z.B. von guten Fetten, variiert.

Ausgehend von dem glykämischen Index der Nahrungsmittel gibt es bei Montignac nachfolgende Regeln:

Sehr gute Kohlenhydrate mit einem glykämischen Index bis 35 dürfen mit beliebig viel Protein und Fett gegessen werden.

Gute Kohlenhydrate, das sind solche mit einem GI zwischen 35 und 50, sollen nur mit geringen Mengen an einfach oder mehrfach gesättigten Fettsäuren (pflanzliche Öle oder Fischöle) kombiniert werden. Andere Fette sind hier tabu.

Schlechte Kohlenhydrate  wie Mais, Zucker, Kartoffeln, geschälter Reis, Produkte aus Weißmehl und Bier, rohe Karotten, Schokolade, gesüßte Getränke…  die einen GI über 50 haben, sollen möglichst vollständig gemieden werden.

Beispiel für einen „Diät-Tag“ nach Montignac:
Zu Beginn des Tages gibt es ein reichhaltiges Frühstück, das aus Rührei, zuckerfreiem Müsli, Vollkorn-Knäckebrot mit Magerquark oder zuckerfreier Marmelade bestrichen wird mit einem Kaffee mit fettfreier Milch.
Mittags dürfen gute Kohlenhydrate (d.h. Nahrungsmittel mit einem GI zwischen 35 und 50) mit Fett und Eiweiß kombiniert werden. Ideal wäre ein großer Salatteller mit Putenstreifen oder Rindersteak und einem Dressing aus Olivenöl. Abends gibt es zum Beispiel eine große Gemüsepfanne. Auch ein kleines Glas Rotwein ist nicht verboten.

Kritikpunkte im Zusammenhang mit der Montignac-Methode:

Viele Ernährungswissenschaftler bemängeln – wie bei den meisten Diäten, die auf Low Carb beruhen – den hohen Eiweiß- und Fettanteil der Nahrung.

Nach heutiger Sicht kann allein der glykämische Index eines Nahrungsmittels nicht alleine hinsichtlich der Auswirkung des Produktes auf den Blutzuckerspiegel betrachtet werden.

Die GI-Tabellen, die man zu Rate ziehen kann,  können zudem nur ein Anhaltspunkt sein, da es je nach Qualität und z.B. Reife der Nahrungsmittel zu Schwankungen  kommen kann. Weiterhin gibt es Wechselwirkungen der Lebensmittel untereinander, wodurch der GI sich ebenfalls verändern kann.
Die glykämische Last beschreibt zwischenzeitlich deutlich genauer die Auswirkung einer bestimmen Menge Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel, da hier die Portionsgrößen einbezogen werden.

Weiterführende Links:

→ Die offizielle Homepage von Michael Montignac
Glykämischer Index, glykämische Last


1 Kommentar

  1. 1. Jutta Wirtz

    Kommentar vom 29. Januar 2016 um 10:18

    Hallo,
    interessanter Beitrag; nur warum fehlt die Beschreibung was die aqussage bedeuten soll:

    „Proteine, die sich negativ auf den Stoffwechselprozess auswirken“
    Welche wären das? Es wäre sicherlich hilfreich das dazu zu schrieben.
    LG
    Jutta

Einen Kommentar schreiben

 
Visit Us On TwitterVisit Us On FacebookVisit Us On Google PlusCheck Our Feed