Gesundheitliche Risiken?

Mit Low Carb wird häufig die Atkins-Diät in Verbindung gebracht, die bereits sehr oft in der Kritik stand. Atkins-Gegner führen oftmals an, dass Dr. Atkins selbst mit starkem Übergewicht an Herzversagen gestorben sei und folgern hieraus, dass sowohl die Diät, als auch die dauerhafte Ernährungsweise nach Atkins nicht gesund sein könne. (Hierzu ergänzt: Als Todesursache von Dr. Robert Atkins wurden tatäschlich offenbar Komplikationen infolge einer Operation eines Kopftraumas angegeben, das er sich bei einem Unfall am 8. April auf eisglatter Straße zugezogen hatte.)
Die Atkins-Diät wurde zwischenzeitlich von zahlreichen Forschungsunternehmen und Gesundheitsorganisationen untersucht und gestützt, darunter das National Institutes of Health, die American Hart Association und das Veterans Healthcare Network.

Wir haben einige Informationen zu Studien zusammengetragen, die sich mit der Low Carb Ernährung beschäftigen.

Stimmen und Studien zur Low Carb Ernährung:

  • Ein britisch-australisches Forscherteam, darunter Rachel L. Batterham, konnte zeigen, dass eine proteinreiche Ernährung die Produktion des Sättigungshormon „Peptid YY“ fördert (veröffentlicht in der Zeitschrift „Cell Metabolism“, 2006).
  • Eine von Dr. Christopher Gardner an der Stanford University Medical School durchgeführte Vergleichsstudie (publiziert von „Journal of the American Medical Association“, 2007, ein Bericht hierzu gibt es auch im → Focus) mit 311 Frauen verglich die Aktins-Diät mit drei weiteren Diätformen (Learn-Diät, Ornish-Diät, Zone-Diät). Nach 12 Monaten hatten die 77 Frauen aus der Atkins-Gruppe von allen Gruppen am meisten Gewicht verloren: im Durchschnitt 4,7 Kilo. Es folgten die Frauen der Learn-Gruppe (2,6 kg), Ornish-Diät (2,2 kg) und am Ende mit 1,5 kg die Teilnehmerinnen der Zone-Gruppe. Nach zwölf Monaten war der BMI (Body-Mass-Index) der Teilnehmerinnen aus der Atkins-Gruppe am stärksten gesunkenen, sie hatten eine niedrigeren Blutdruck und der Cholesterinspiegel war ausgeglichener im Vergleich zu den Werten der Frauen aus den anderen Diät-Gruppen.
  • Dies wird unterstützt von einer weiteren Studie, die im Juli 2008 in der Zeitschrift “The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde. Über 300 stark übergewichtige Frauen führten über 2 Jahre hinweg eine Low-Carb-Diät, eine Low-Fat-Diät und die mediterrane Diät durch, wobei alle Frauen die gleiche Anzahl an Kalorien zu sich nehmen durften. Die Gruppe der Frauen, welche die Low-Carb-Diät durchführten, konnten die größte Gewichtsabnahme verbuchen und bei ihnen waren die positivsten Auswirkungen auf die Cholesterinwerte zu verzeichnen.
  • Über ein halbes Jahr hinweg absolvierten fettleibige Frauen, in Gruppen eingeteilt, für eine Studie der Universität Cincinnati eine Low-Fat-Diät, eine kalorienarme Diät und eine Low-Carb-Diät.
    Die Frauen, die die kohlenhydratarme Diät machten, hatten nach drei und auch noch nach sechs Monaten deutlich mehr Gewicht und Körperfett abgebaut, als die Frauen, die die Low Fat Diät machten (veröffentlicht in The Journal of Clinical Endocrinology an Metabolism, 2003 und 2005).
  • Ein ähnlich positives Ergebnis wies eine Untersuchung des Philadelphia Veterans Affairs Medical Center vor: Übergewichtige mit einem BMI über 43, die an starker Diabetes oder einem Stoffwechselsyndrom litten, unterzogen sich in zwei Gruppen eingeteilt einer Low-Carb-Diät bzw. einer Low-Fat-Diät. Im Laufe von 6 Monaten haben auch hier die Personen, die die Low-Carb-Diät machten, mehr Gewicht verloren als die Low-Fat-Gruppe. Zudem verbesserte sich die Insulinstabilität und der Triglyceridwert, relativ zum Gewichtsverlust (veröffentlicht in „The New England Journal of Medicine“, 2003).
  • Auch im Rahmen einer einjährigen Untersuchung des Verteran Administration Hospital wurden willkürlich ausgewählte, übergewichtige Erwachsene in zwei Gruppen eingeteilt  und einer Low-Carb-Diät bzw. Low-Fat-Diät unterzogen.
    In der Low-Carb-Gruppe war der durchschnittliche Gewichtsverlust der Teilnehmer höher, zudem verbesserten sich die Blutzuckerwerte bei den diabeteskranken Mitgliedern der Low-Carb-Gruppe langfristig deutlicher als bei den Mitgliedern der Low-Fat-Gruppe (veröffentlicht in „Annals of Internal Medicine“, 2004).
  • Im “American Journal of Medicine” wurde 2002 die Studie der Duke University of General Internal Medicine veröffentlicht, durch die nachgewiesen wurde, dass die Teilnehmer eines Low-Carb-Diätprogrammes bis zu 20% ihres Gewichtes verloren.
    Es handelte sich hier um eine strikte Low Carb Diät mit wenigen Kohlenhydraten, jedoch unbegrenzter Kalorienzufuhr. Bei den Teilnehmern wurde eine deutliche Verbesserung des Cholesterinspiegels (LDL und HDL) und des Triglyceridwertes festgestellt.

Aber auch die Negativ-Schlagzeilen möchten wir nicht verschweigen:

  • Im Herbst 2009 drängte eine Negativ-Meldung zu Low Carb in die Medien. Der Berufsverband der Deutschen Internisten hatte eine amerikanische Tierstudie zitiert, durch die nachgewiesen wurde, dass sich bei Mäusen, die kohlenhydratarm ernährt worden waren, die Gefahr einer Gefäßschädigung durch Arteriosklerose erhöhte.
    Zu erwähnen ist hier, dass es sich um Mäuse handelte, die aufgrund einer Genveränderung besonders leicht Arteriosklerose entwickeln sollten.
    Die Low-Carb-Mäuse nahmen bei gleicher Kalorienmenge 28 Prozent weniger an Gewicht zu als die Mäuse, die mit nagertypischer Kost bzw. mit „westlicher Kost“ (43 % Kohlenhydrate, 42 % Fett, 15 % Protein) gefüttert wurden. Jedoch wurde festgestellt, dass die Arteriosklerose (Ablagerungen in den Blutgefäßen) nach 6 Wochen bei den Low-Carb-Mäusen um 15,3 % fortgeschritten war, bei den Mäusen mit der „westlichen Ernährung“ um 8,5 %. Bei den artgerecht ernährten Mäusen war kein Anstieg der Gefäßablagerungen zu verzeichnen.
    Herausgefunden wurde, dass die Zahl von endothelialen Vorläuferzellen (EPC) im Blut der Low-Carb-Mäuse um 40 Prozent gesunken war. Die Funktion dieser Zellen ist bisher noch ungeklärt, jedoch wird vermutet, dass sie in den Blutgefäßen eine Reparaturfunktion innehaben.
    Bisher gibt es keinen Nachweis, dass die Ergebnisse dieser Studie auch auf den Menschen übertragbar ist. Vergleichbare Untersuchungen mit menschlichen Versuchsgruppen existieren nicht.
  • Da die bei einer Low Carb Ernährung entstehenden Ketonenkörper über die Nieren ausgeschieden werden, sollten Personen mit Nierenschäden vor dem Beginn einer kohlenydratarmen Diät auf alle Fälle ihren Arzt konsultieren, um sicherzustellen, dass die Ausscheidung ausreichend erfolgt, um die Gefahr einer Blutübersäuerung zu verhindern (Azidose).

Es ist trotz vieler Unkenrufe insofern bis heute nicht nachgewiesen, dass eine ausgewogene, vitaminreiche, kohlenhydratarme Ernährung oder eine  moderate, kurzzeitige Low Carb Diät Mangelerscheinungen und Folgekrankheiten nach sich zieht.


5 Kommentare

  1. 1. Birgit

    Kommentar vom 22. April 2011 um 16:55

    Vielen Dank für diese Info – habe bisher nichts vergleichbar komprimiertes zu diesem Thema im deutschen Web gefunden!

    B.

  2. 2. weltall13

    Kommentar vom 22. März 2016 um 13:16

    Es wäre schön, wenn diese Atkins-Diät nicht weiter publik gemacht werden würde. Das Krankensystem ist genug überfordert. Studie hin, Studie her – Fakt ist, dass Tiere nicht zum Essen da sind und tierisches Eiweiß krank macht. Kohlenhydrate übersäuern den Körper und lassen Entzündungsherde entstehen. Es folgen die bekannten Zivilisationskrankheiten. Am besten fährt man mit Obst, Gemüse (Bio), Nüsse, Samen und pflanzlichem Eiweiß sowie pflanzlichen Fetten (Lupine, Kokos). Dazu noch viel Chlorophyll in Form von Kräutern und Gräsern, viel reines Wasser trinken. Dann macht es dem Körper auch nichts aus, wenn man ab und zu mal in die Gaststätte geht. Abnehmen ist dabei eine schöne Nebensache. Ich spreche aus Erfahrung und habe keinen Mangel an Nährstoffen. Ich bin heute mit 64 gesünder, als ich mit 25 war, wo ich dies alles noch nicht wusste und an Diäten geglaubt habe. Sie machen nur unglücklich und krank.

  3. 3. Low-Carb-Ernährung

    Kommentar vom 23. März 2016 um 02:29

    Hallo Weltall,
    wir denken, dass sich hier jeder seinen eigenen Weg suchen sollte. Jeder Mensch ist glücklicherweise anders, hat andere Bedürfnisse, andere Befindlichkeiten und isst daher auch anders…
    Daher bleibt die Aktins-Diät auch hier im Blog 😉

    Viele Grüße und weiterhin viel Gesundheit,
    das LCE-Team

  4. 4. Nici

    Kommentar vom 8. September 2017 um 20:35

    Schade, dass eine Seite, die über low carb und Atkins „aufklärt“ ein Gerücht aus dem Internet übernimmt und weiter dazu beiträgt, dass dieses sich hält.

    Atkins selbst ist NICHT an Herzversagen und Übergewicht gestorben.
    Er starb infolge eines Unfalls auf glatter Straße.
    Nachzulesen auch in „Echt fett“ von Andreas Eenfeldt Dr. med.,

  5. 5. Low-Carb-Ernährung

    Kommentar vom 12. September 2017 um 00:33

    Hallo Nici,
    das ist richtig, wir haben den Artikel entsprechend ergänzt. Danke für den Hinweis auf dieses fehlende Detail.

    Viele Grüße,
    das LCE-Team

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